In Bremerhaven-Wulsdorf wurde bis Mai 2016 jahrzehntelang Trinkwasser gewonnen. Als Begleiterscheinung der Förderung stellte sich der Grundwasserspiegel auf ein abgesenktes Niveau ein. Nach der Stilllegung stieg der Grundwasserspiegel etwa ein Jahr lang auf seine natürliche Höhe. Das führte bei einer bislang ungeklärten Anzahl an Gebäuden rund um den Wasserwerkswald Wulsdorf offenbar zu Feuchtigkeitsschäden.

 

Hilfsfonds Wulsdorf aufgelegt

Vor der endgültigen Stilllegung der Trinkwassergewinnung im April 2016, haben der Magistrat der Seestadt Bremerhaven und der örtliche Netzbetreiber wesernetz Bremerhaven den Hilfsfonds Wulsdorf aufgelegt. 1,2 Millionen Euro stehen seitdem freiwillig bereit, um den tatsächlich vom Grundwasser betroffenen Gebäudeeigentümern Hilfe zur Selbsthilfe zu bieten. Dafür wurden verschiedene Hilfs-Maßnahmen aufgesetzt. Eine rechtliche Veranlassung gibt es dafür allerdings nicht, da die Grundstückseigentümer im Rahmen des Baugrundrisikos verantwortlich für die Absicherung ihrer Gebäude vor Feuchtigkeitsschäden sind. 

 

Hilfsfonds-Gebiet eingegrenzt 

Jene Teile von Bremerhaven-Wulsdorf und -Grünhöfe, auf die sich laut eines hydrogeologischen Gutachtens der Grundwasseranstieg auswirken könnte, wurden in das sogenannte Hilfsfonds-Gebiet aufgenommen. Innerhalb dieses Gebiets befinden sich 187 Gebäude mit Keller, die möglicherweise vom Grundwasseranstieg betroffen sein könnten.

 

Unterschied: Grund- oder Oberflächenwasser 

Viele Hauseigentümer innerhalb und außerhalb des Hilfsfonds-Gebiets meldeten sich bislang und beklagten Wasserschäden. Um herauszufinden, welche Gebäude tatsächlich vom Grundwasser und nicht etwa von Oberflächen- oder Stauwasser betroffen sind, wurde von Februar bis August 2017 die sogenannte Zustandsdokumentation angeboten. Von den 187 Gebäuden im Hilfsfonds-Gebiet nahmen 79 Gebäudeeigentümer daran teil. Unabhängige Sachverständige dokumentierten in den Gebäuden alle sichtbaren Feuchtigkeitsschäden. Das Ergebnis: Elf Gebäude weisen keine beziehungsweise nicht relevante Schäden auf, bei 52 Häusern sind Schäden erkennbar und bei 16 Gebäuden wurden große Schäden durch Feuchtigkeit festgestellt.

 

Hilfe für Grundwasser-Betroffene

Im nächsten Schritt ist auszuwerten, welche der vorgefundenen Feuchtigkeitsschäden tatsächlich auf den Grundwasseranstieg zurückzuführen sind. Denn nur für Schäden, die sicher auf den Einfluss des Grundwassers zurückzuführen sind, stehen die Mittel und somit die Hilfs-Maßnahmen bereit. Diese Auswertung übernimmt ein unabhängiger spezialisierter Hydrogeologe. Das Ergebnis wird innerhalb des ersten Quartals 2018 erwartet.

 

Wir werden auf diesen Seiten die Ergebnisse verkünden.